
Gummersbach 1901
- Düsseldorf 1998
Am 5. November 1901 wird Bruno Goller in Gummersbach geboren.
Bereits als Jugendlicher beginnt Goller mit autodidaktischen
Malversuchen, bevor er 1919 Schüler des Landschaftsmalers Julius
Jungheim in Düsseldorf wird. Goller tritt 1927 der Künstlergruppe "Das
junge Rheinland" bei und ist erstmals mit vier Bildern in einer
Ausstellung der Gruppe vertreten. Vermutlich im selben Jahr lernt
Goller den Kreis um die legendär gewordene "Mutter Ey" und damit die
rheinische Avantgarde jener Zeit kennen. Bruno Goller gehört 1928 zu
den Gründern der "Rheinischen Sezession". 1930 verläßt Der Künstler die
Gruppe, um sich an Ausstellungen der "Rheingruppe" zu beteiligen.
Gollers finanzielle Situation wird während der Zeit des
Nationalsozialismus zunehmend schlechter. Aufgrund des wachsenden
politischen Drucks zieht er sich immer mehr zurück, es entstehen kaum
noch Gemälde. Zum Kriegseinsatz in Frankreich wird Bruno Goller 1940
eingezogen. 1943 zerstört ein Bombenangriff Gollers Atelier in
Düsseldorf. Bis auf wenige Ausnahmen wird das gesamte dort lagernde
Werk vernichtet. Nachdem Goller zwei Jahre später aus der
Kriegsgefangenschaft entlassen wird, kehrt er nach Düsseldorf zurück,
wo er 1953 zum Professor an der Staatlichen Kunstakademie berufen wird.
Die Kestner-Gesellschaft in Hannover zeigt 1958 eine erste
Retrospektive, eine zweite folgt 1969 in der Städtischen Kunsthalle
Düsseldorf. Gemälde von Goller werden auf der documenta II 1959
gezeigt. 1965 vertritt Bruno Goller die Bundesrepublik auf der VIII.
Biennale in São Paulo mit 35 Gemälden. Bruno Goller erhält zahlreiche
Auszeichnungen, so den Großen Preis des Landes Nordrhein-Westfalen für
Malerei und das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der
Bundesrepublik Deutschland. Bruno Goller stirbt 1998 in Düsseldorf.
Unabhängig von den künstlerischen Strömungen der Zeit, entwickelt
Goller eine unverwechselbare Bildsprache, wobei er konstant an seiner
Motivwahl festhält. Diese wird zeitlebens Lebens durch den
Hutmacherladen seiner Mutter beeinflußt. Ihn interessieren die in den
Schaufenstern dekorierten Gegenstände des alltäglichen Lebens wie
Kaffeetassen, Hüte und Regenschirme. Er löst sie aus ihren
Zusammenhängen heraus, isoliert sie, nimmt ihnen jegliche
Individualität und bewirkt so eine Monumentalisierung der
Alltagsgegenstände.